Stand 08.01.2011
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und so ist das Wetter momentan
vor Ort (einfach
Wetter-Logo anklicken)
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I S T R A L R E G I O N
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ÜBERFALLKOMMANDO
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Wie
eine Räuberbande fällt der Mistral über Südfrankreich her, hart und
für Yachten oft mörderisch. Die Kommandozentrale hat er sich im
Rhônetal eingerichtet
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WINDHOROSKOP
Dr.
Michael Sachweh (Klimaforscher am Meterologischen Institut der Uni
München):
"Mistral
kann es in jedem Monat im Jahr geben. Allgemein ist er im Winter
zuverlässiger und stürmischer als im Sommer. In der Regel bläst
der Mistral zwei bis drei Tage stark, danach schwächt er wieder ab. Das
Wetter ist herrlich. Denn in der Regel ist es zwar kühl, aber sonnig, und
die Luft ist klar.
In
den Wintermonaten von November bis März tritt der Mistral häufig
als schwerer Sturm auf. Das kann dann selbst für gute Surfer zu happig
werden. Ein guter Mistral-Monat ist der April, im Mai hat er
einen Durchhänger. Sehr gut sind dann wieder Juni und Juli. Da
erleben wir den Mistral dann in Verbindung mit viel Sonnenschein und
angenehmen Temperaturen. Außerdem ist er in diesen Monaten nicht so
brutal, dass er viele Surfer überfordert. Vier bis sechs Windstärken
sind dann die Regel. Zum Spätsommer hin schwächt sich der Mistral
dann vorübergehend ab, nimmt aber im Herbst schon wieder stark zu
und wird wieder stürmisch.
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Wenn
es an der französischen Mittelmeerküste richtig ballert, ist dafür fast
immer der Mistral verantwortlich. Aber auch Surfer auf den nördlichen
Balearen, Korsika und Sardinien werden vom Nordwind fleißig bedient.
Der
Mistral ist auch der Grund dafür, dass man den Golfe du Lyon im
Winterhalbjahr zu den orkanreichsten Gebieten der Erde zählt. "Eine
ganz üble Ecke", meint Dr. Sachweh, "weil hier die Düsen des
Rhônetals und der Garonne-Carcassonne-Senke (zwischen den Pyrenäen und
den Cevennen) zusammentreffen. In sturmreichen Monaten wird der Löwengolf
im gleichen Atemzug mit Kap Hoorn genannt."
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Biskaya-Hoch
und Genua-Tief
sind
die Garanten für guten Mistral
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Die
klassische Mistrallage kann man auf der Wetterkarte leicht erkennen.
Tiefer Druck herrscht über Norditalien (im Idealfall liegt sein Kern
über dem Golf von Genua), und ein Hochdruckgebiet macht sich über dem
Atlantik breit. Wenn sich das Azorenhoch Richtung Westfrankreich und
Biskaya ausweitet, andererseits der tiefe Druck im Golf von Genua keine
Anstalten macht, sich nach Osten zurückzuziehen, verstärkt sich der
Luftdruckgegensatz, und der Mistral beschleunigt.
Bei
Biscaya-Hoch und Genua-Tief kracht der Mistral durchs Rhônetal
Eine
Tendenz zu Nordwestwind besteht im westlichen Mittelmeerraum sowieso,
"da wir das Azorenhoch häufig im Westen haben und eher tiefen Druck
im Osten. Letztendlich ist - zumindest im Sommerhalbjahr - ein
durchgehendes Druckgefälle über dem gesamten Mittelmeerraum vom
Azorenhoch zum Monsuntief ausgebildet. In den Mistraldüsen und übrigens
auch in der Ägäis (Meltemi) kann sich diese Luftströmung richtig
austoben."
Im
Winterhalbjahr wird der Mistral besonders stark, weil dann die
Kaltlufteinbrüche aus dem Norden Frankreichs der Mittelmeerküste im
Nacken sitzen. "Die Vordergrenze eines solchen
Kaltluftvorstoßes", erklärt Dr. Sachweh, "ist die Kaltfront.
Wenn diese kräftig ausgebildet ist und die südfranzösische
Mittelmeerküste erreicht, passiert folgendes: Im Schutz der Meeralpen
bildet sich über dem Ligurischen Meer, genauer gesagt im Golf von Genua,
ein Tief. Das Luftdruckgefälle zwischen diesem Genuatief und dem Hoch, das
sich über Westfrankreich etabliert, ist der Beschleuniger des
Mistrals." In der Regel findet man die deutlichsten
Luftdruckgegensätze, also den stärksten Wind, von der westlichen Côte
d´Azur über die Camargue bis hin zu den Pyrenäen.
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Der
Mistral reich aber auch bis nach Korsika und Sardinien. Allerdings muss er
dafür eine gewisse Grundstärke haben. " Das Tief über dem Golf von
Genua und am besten auch über der Adria sollte kräftig ausgebildet sein.
Und man muss nach Spanien rüberschauen, ob das Azorenhoch einen Keil in
Richtung Nordspanien schiebt." |
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Der
Mistral hat den Worldcup in Almanarre selten im Stich gelassen
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An
den gebirgigen Westküsten Sardiniens und Korsikas verleiht der
Leitplankeneffekt aber selbst einem schwach ankommenden Mistral nochmals
richtig Schwung. In der Straße von Bonifacio zwischen dem Südkap
Korsikas und dem nördlichen Zipfel Sardiniens erreicht er wieder einen
spektakulären Höhepunkt. Hier ballert es oft Orkanstärke.
Im
Sommer ist der Mistral meistens nicht so stark wie in den kälteren
Monaten. Zum einen wirkt tagsüber der sommerliche Seewind der Richtung
des Mistrals entgegen, zum anderen sind alle Druckgebilde im
Sommerhalbjahr schwächer ausgebildet. "Das liegt an der
großräumigen Temperaturverteilung: Die Temperaturgegensätze zwischen
Nord und Süd sind in den warmen Monaten geringer. Dadurch sind der
Luftmassentransport und somit auch die Kanalisierungswirkung des
Rhônetals schwächer", erklärt Dr. Sachweh.
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Auch
vor einem Südfrankreichtrip sollte man also einen Blick auf die
Wetterkarte werfen. Schönes Wetter über Nordspanien und Westfrankreich,
das sich nach einem Kaltlufteinbruch in den Mittelmeerraum breit macht,
ist immer ein Gütezeichen für Mistral. "Wenn mann dann noch auf dem
Satelitenfilm ein Wolkenknäuel über dem Golf von Genua oder der
nördlichen Adria sieht, kann man davon ausgehen, dass es in
Südfrankreich ordentlich bläst."
Wandert
das Hoch nach Portugal, läuten in Perpignan die Glocken Sturm.
Es
gibt aber noch einen Untertyp des Mistral: Liegt der Hoch Druckkeil mit
seinem Schwerpunkt eher über Portugal, dreht der Wind mehr auf West.
" Dann geht der Hauptvorstoß des Mistral durch die
Garonne-Carcassonne-Senke und das Ebrotal. Die besten Spots liegen also
weiter im Westen und Süden. Sogar an der ansonsten windschwachen
ostspanischen Mittelmeerküste gibt es dann sehr gute Mistral-Spots. Zum
Beispiel am Ausgang des Ebrotals zwischen Tortosa und Tarragona."
Störfall:
Trübe
Aussicht bei Südwind
Finger
weg von Südfrankreich heißt es bei Südwest- und Südlagen bis hin zur
Ostlage. Sachweh: "Dann strömt feuchtwarme Mittelmeerluft gegen die
Gebirge. Es ist trüb, niederschlagsreich, und der Wind ist deutlich
schwächer und auflandig." Auf der Wetterkarte befindet sich dann das
Tiefdruckgebiet über Westeuropa, und ein Hoch liegt mit seinem
Schwerpunkt östlich von Frankreich.
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(Artikel
aus dem Surf-Magazin 3/96)
Stand
05.01.07
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